Reisen Bildet Essay

  • Warum reist der Taugenichts?

  • Was sind die Absichten heute zu reisen?

  • Wie hat sich das Reisen entwickelt?

  • Was bedeutet Reisen für die Selbstfindung?

 

 

Reise des Taugenichts:

 

Zu Beginn der Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff begibt sich der Taugenichts aus verschiedenen Gründen auf eine Reise. Zunächst kann und möchte sein Vater ihn nicht länger ernähren: er ist nach seiner Ansicht zu nichts zu gebrauchen und soll sein eigenes Geld verdienen. Da der Taugenichts selbst auch Reisen wollte, um die Welt zu entdecken, frei zu sein, den Frühling zu genießen und nicht arbeiten zu müssen, nahm er seine Geige und ging in die „freie Welt“ hinaus.

 

Am Anfang der Reise war der Taugenichts froh, fühlte sich frei und musizierte so oft er konnte.

 

Während der Reise jedoch hatte er mehrere Auf und Ab’s. Mal packte ihn seine Reiselust, die z.B. durch die schöne Landschaft verstärkt wurde, mal wollte er einfach nur vor seinen Gefühlen für die „schöne Frau“ fliehen. Dazu kam, dass er zwischendurch wehmütig und traurig wurde und am liebsten wieder umgekehrt wäre. Er ist oft zwiegespalten; manchmal ist er fröhlich und traurig zugleich.

 

Auf seiner Reise genießt er das Leben und gibt sein ganzes Geld aus.

 

 

Geschichte des Reisens:

 

Reisen ist eine der ältesten Tätigkeiten der Menschen. Wanderverhalten lässt sich bis in die Ursprünge der Menschheit zurückverfolgen. Nahrungssuche, Bewegungsdrang und Neugier sind dort die ihm zugrunde liegenden Grundbedürfnisse.

 

Selbst zu den frömmsten Zeiten im Mittelalter war es den Abenteuerlustigen möglich, ihre Neugier mit Pilgerfahrten zu befriedigen, die Vorläufer des modernen Tourismus. Kaufleute reisten der Geschäfte wegen, junge Adelige begaben sich nach Italien, um sich zu bilden und fremde Sitten und Gebräuche zu studieren. Die Vorstellungen vom Reisen haben sich geändert. Zum Beispiel hatten früher viele Menschen Angst vor dem Meer, heutzutage gilt es aber als wohltuend und befreiend. Technische Revolutionen treiben das Reisen voran. Wir haben viel mehr Möglichkeiten zu reisen und Strecken, die damals in mehreren Monaten zurückgelegt wurden, legen wir heute in wenigen Stunden zurück.

 

 

Reisen heute:

 

Eins der wohl wichtigsten Motive ist die Neugier. Der Wunsch nach Grenzüberschreitung der Abenteuerlustigen und der Begegnung mit dem Unbekannten, zieht viele Menschen in fremde Länder. Man hat hohe Erwartungen und Hoffnungen auf eine schöne Zeit, aber auch Ängste vor dem Unbekannten. Auf Reisen hat man viel Abwechslung, kann den Alltagsstress vergessen und vor unangenehmen Dingen flüchten, darum kann man sich auch am Besten erholen. Man entdeckt neue Kulturen, lernt neue Menschen und die Geschichte des Landes kennen. Dadurch erweitert man seinen Horizont und kann vielleicht auch seine Sprachkenntnisse verbessern oder anwenden. Außerdem hat man mehr Zeit für sich selbst oder für die Familie und gönnt sich mehr als zu Hause. Viele genießen auch das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit.

 

 

Bedeutung des Reisens:

 

Die genaue Definition des deutschen Wortes „Reise“, welches so viel wie „Aufbruch, Fahrt“ bedeutet, stammt von dem germanischen Verb „reisa“ ab. „Reisen“ meint allgemein, einen grenzüberschreitenden Ortswechsel vorzunehmen, freiwillig oder unfreiwillig. Das Reisen hat eine sehr große Bedeutung für die meisten Menschen. Reisen bedeutet für viele seelische Gesundheit, Ausspannen, Erholung vom ewigen Alltag. Für andere bedeutet es endlich mal aus ihrer „Haut“ rauszuschlüpfen und über ihren Schatten zu springen. Man ist fremd und kann eine ganz andere Identität erzeugen… Kurz: es gibt Reisende, die sich finden wollen und solche, die sich entkommen wollen…

 

 

 

Was ist das eigentlich: ‚Reisen’? Nicht wenigen ist das völlig klar – Sommer, Sonne, Strand und Party im Süden. All-inclusive, versteht sich. „Relaxen am Meer und braun werden“ so die gängige Antwort auf die Frage nach den Urlaubsplänen…

Doch, ist das Reisen? Die Welt kennen lernen, den Horizont erweitern, kulturelle Erfahrungen machen? - In Ordnung, wenn man den Clubtanz oder den alltäglichen Cocktail an der Strandbar als kulturelle Bereicherung ansieht, dann schwelgt man auf Ibiza, Lloret und anderen „Touristen-Domizilen“ im kulturellen Eldorado.
Wahre Begeisterungsstürme kommen nach solchen Reisen jedoch selten auf – vielleicht, weil diese vermeintlichen Reisen keine wirklich erfüllenden Reisen sind; zumindest nicht im traditionellen Sinn.

Betrachten wir den Begriff Reise genauer. Entstanden ist der Begriff aus dem althoch-deutschen Verb ‚risan’, mit der Bedeutung aktiv zu werden, aufzustehen, sich zu erheben, nicht jedoch, wie man heute annehmen könnte von: eingeölt in einer Hängematte auf der Sonnenterasse eines Hotels in El Arenal zu entspannen. So gesehen erschließen sich ganz neue Ideen darüber, was Reisen ursprünglich für eine Bedeutung gehabt haben könnte. Der Schlüssel zur Antwort auf diese Frage könnte darin liegen, herauszufinden, was es eigentlich merkwürdiges ist, dass uns heute zum Reisen bewegt.

Auf den ersten Blick wird klar, es ist die Motivation, die uns unterscheidet von Goethe und den anderen großen Denkern vergangener Epochen – die reisten, um sich zu bilden, sowie dem Interesse an anderen Kulturen wegen – Beweggründe die von uns kaum einen überzeugen werden. Vielmehr ist es das große Entspannen das uns lockt, da von Globalisierung verwöhnt, wir sowieso jede halbwegs größere Kultur und jeden mehr oder weniger relevanten Ort unseres Planeten kennen. „Galileo“, „Welt der Wunder“ und „Wikipedia“ sei dank…

Weshalb hat aber das Reisemotiv heute solch eigenartigen Züge angenommen? Die Antwort liegt auf der Hand – „Das Massenreisen gehört zu den Eigentümlichkeiten unserer Zeit. Sonst reisten bevorzugte Individuen, jetzt reist jeder und jede.“ So stand es nicht im Demographiebericht des letzten Jahres, sondern so oder so ähnlich sagte das Theodor Fontane, wohlgemerkt vor über 100 Jahren.
Das Phänomen also, nicht zwingend sinnvolle Reisen zu unternehmen ist also keine unrühmliche Errungenschaft unserer heutigen Gesellschaft, sondern ein Prozess mit langer Tradition – wir müssen uns also keine Gedanken machen und können den Party-Trip nach Spanien weiterplanen.

  • Mag ich!
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